Deutschland, das Transitraumschiff Europas, liegt im Herzen des Kontinents und beherbergt stolze 83 Millionen hungrige Seelen. Diese Menschen müssen nicht nur täglich versorgt werden, sondern auch die umliegenden Länder wollen mit Gütern aus aller Welt beliefert werden.
Seit einigen Jahren dokumentiere ich mit dem Projekt „Tempo Kitchen“ LKW-Fahrer aus ganz Europa und sogar noch weiteren Teilen der Welt und ihre temporären Küchen. Wegen des Fahrverbots am Sonntag an deutschen Autobahnen, machen sie Stop und eine kleine Küche wird eingerichtet. Sie Kochen, reden, waschen Wäsche und schauen sich die Umgebung an. Deutsche Rastplätze an einem Sonntag duften nach internationalen Leckereien. Die zu meist männlichen LKW-Fahrer können sich oftmals die teuren Preise an den Raststätten nicht erlauben, falls diese überhaupt vorhanden sind. So stellen sie ihren Topf auf eine Gaskartusche auf den Beton, schnippeln Gemüse oder Grillen. Es wird Essen von der Frau liebevolles vorbereitet aufgewärmt, gegrillt oder mit einem Fahrrad aus dem nahe liegenden Dorf besorgt.
Über viele Jahre suche ich die Gespräche mit den Alltagshelden, die unsere Frachten von Norwegen nach Spanien oder von Usbekistan in die Niederlande bewegen. Über ihre Erfahrungen zu reden oder ihren Lebensweisheiten zu lauschen, damit vertreibe ich mir meine Sonntage auch wenn ich dabei mehr mit Händen und Füßen kommuniziere, als mit Worten, denn meine Sprachkenntnisse sind eher ein „Wurst mit Senf“-Level.




















