aye

‚aye‘ erzählt die Geschichte eines fiktiven Aufwachsens in Schottland. Ich benutze diese Stadt als Bühne, um meine eigene “deutsche” Geschichte zu erzählen.

Die Inspiration basiert auf einem Gefühl, als ich 2019 durch die Stadt Glasgow fuhr. Erinnerungen und Bilder aus meiner Heimatstadt in Deutschland von vor 40 Jahren tauchten auf.

Meine eigene Vergangenheit lag vor mir, eine, die ich nie dokumentiert hatte. ‘aye’ erzählt von persönlichen Begegnungen mit Menschen, die in Glasgow leben. Indem ich mit ihnen Geschichten erlebe, erkenne ich meine eigene Sozialisation deutlicher. 

Indem ich mich auf die Menschen einlasse, erzähle ich meine eigene Geschichte. Parallelen zu meinem damaligen Leben in den 70er und 80er Jahren zeichnen sich ab. Immer wieder schleiche ich durch die Sozialwohnungen der Vorstädte und stehe vor der Haustür meiner Kindheit. Ich begegne Dingen, Orten und Menschen, vor denen ich einst davonlief, aus Angst, so zu werden wie sie. Heute spreche ich ihre Sprache und sehe, dass ich aus demselben Holz geschnitzt bin.

Das ‘aye’ ersetzt jede Lücke in dieser Sprache und bedeutet nicht nur ‘ja’ oder ‘was?’, sondern zeigt auch Zustimmung und Ermutigung – genau das, was ich in dieser Stadt suche.

Endlich kann ich die Dinge mit der Kamera festhalten, immer mit dem Blick eines Kindes, das seine Umgebung entdeckt, Menschen trifft und sie zu schätzen lernt.